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| |  | | | | | | | | Ein
Meisterstück entsteht! | | | Die
Meisterprüfung in der Fachrichtung Klavierbau besteht darin, ein
Klavier zu bauen. Allerdings nicht komplett, vom Baumstamm angefangen,
sondern aus vorgefertigten Teilen. Die wesentliche Aufgabe
besteht darin, das Klavier zu besaiten und das Spielwerk (Klaviatur,
Mechanik, Hämmer, ...) einzubauen. In
der Regel wird dazu ein "Bausatz" von einem neuen Klavier verwendet.
Der Klavierhersteller baut dann das Instrument nicht fertig, sondern
liefert die diversen Teile in einem vorgegebenen Zustand an die
Prüflinge.
Der Klavierbaumeister vom Haus der
Klaviere, Leonhard
S. Müller, entschied sich für seine Prüfung für die zweite mögliche
Variante: die Reparatur eines gebrauchten Klaviers. Da sich
das Haus
der Klaviere auf gebrauchte und auch sehr alte Klaviere und Flügel
spezialisiert hat, war diese Reparatur für Herr Müller die beste
Gelegenheit sein Wissen und seine Erfahrungen in vollem Umfang
anzuwenden. Er ging dabei noch einen Schritt weiter und baute
in
Zusammenarbeit mit dem Möbelhaus Schmidt in Wetzlar auch ein neues
Gehäuse für das Instrument.
Von dem alten Klavier
(es handelte
sich im ein Zimmermann-Klavier, Baujahr ca. 1924) blieb am Ende nur der
Resonanzboden, die Gussplatte und die Klaviatur übrig.
Im
folgenden sehen Sie die Fotodokumentation der Reparatur. | | |  |  | | Das Klavier vor der Reparatur... | ... und nach Fertigstellung! |
|  | Nachdem
alle wichtigen Maße abgenommen wurden, wird das Klavier komplett
zerlegt. |  | Die
alten Saiten und die Gehäuseteile wurden entfernt, und während sich die
Gussplatte in der Lackiererei befindet werden alle übrigen Teile
gründlich gereinigt, der Resonanzboden auf Schäden geprüft,... |  | ...
und die Stege abgefräst und in Handarbeit nachgehobelt. Die Stege
werden komplett mit Ahorn-Schichtholz neu aufgedoppelt. So ist es
möglich die Mensur komplett neu zu berechnen. Ziel ist es,
einen möglichst gleichmäßigen Verlauf der Saiten (und damit auch des
Klanges) zu erreichen. |  | Mit
einem Faden wird die sogenannte Stegüberhöhung gemessen. Der Druck, den
die Saiten auf den Resonanzboden ausüben, ist abhängig von der
Überhöhung des Steges. Ein exakter Druck muss genau
eingehalten werden um eine gute Schwingungsübertragung zu ermöglichen. |  | In
Handarbeit wird die Saitenteilung auf dem Steg konstruiert... |  | ...
und auf das neu aufgeleimte Stegdoppel übertragen |  | Mit
Stechbeiteln und ohne weitere Hilfsmittel wird der Steg abgestochen. |  | Die
ersten Gehäuseteile werden millimetergenau angebracht. Die
genaue Position der Seitenwände und der Arme sind von größter
wichtigkeit für den späteren Einbau des Spielwerks. Ein
Klavier ist ein sehr komplexes Instrument, bei dem sich alle Teile
beeinflussen und deshalb genau aufeinander abgestimmt werden müssen. |  | Der
original Spieltisch wird gründlich gereinigt... |  | ...
und in das Klavier eingepasst |  | Die
restlichen Gehäuseteile werden eingepasst. |  | In
der Prüfung wird das Klavier besaitet... |  | ...
und das Spielwerk eingebaut. |
| Entstanden
ist ein Konzertklavier, das den Klavieren aus der Oberklasse deutscher
Klavierbaukunst in nichts nachsteht!
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