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Speziell für klassische und antike Klaviere

Die Behandlung des Klaviers

Die Lebensdauer eines soliden gebauten Pianos hängt größtenteils von der richtigen Pflege ab. Die schlimmste Gefahr bildet die Feuchtigkeit, aber auch ein zu heißer oder ein zu trockener Raum, Zugluft und plötzliche Temperaturveränderungen beeinflussen das Instrument ungünstig. 

Es empfiehlt sich deshalb, dasselbe an einer Innenwand aufzustellen (in modern isolierten Häusern kann das Klavier auch an eine Außenwand gestellt werden. Das Instrument darf nur keinen großen Temperaturunterschieden ausgesetzt werden - kalte Luft von der (schlecht isolierten) Wand und warme Luft aus dem Raum); auch muß die zu große Nähe zum Heizkörper oder Ofen vermieden werden.

Wird das Instrument bei kalter Witterung zur Ablieferung gebracht, dann darf das Zimmer, in dem es aufgestellt wird, nicht geheizt sein. Nachdem das Instrument im Zimmer aufgestellt ist, öffne man die Klappe über den Tasten. Der obere Deckel muß geschlossen bleiben. 

Das Instrument beginnt nunmehr sich zu erwärmen, in derselben Weise, wie sich die Zimmertemperatur erwärmt, indem man mit dem Heizen beginnt. Auch die Behandlung der Politur unterbleibt, bis sie sich der Temperatur angepaßt hat.

Um das Instrument vor der Zerstörung durch Motten zu schützen, lasse man das Innere desselben jährlich reinigen und prüfen, was am besten gelegentlich des Stimmens geschieht. Dringend zu empfehlen ist, das Instrument jährlich wenigstens zweimal durch einen wirklichen Fachmann stimmen zu lassen. 

Durch wandernde „Pseudostimmer“ ist oft schon großer Schaden angerichtet worden. Vor Inanspruchnahme derartiger Leute muß gewarnt werden.

Klirren und Rasseln des Instrumentes ist meist auf Ursachen außerhalb desselben zurückzuführen. Entweder wird es durch andere Gegenstände im Zimmer, die mitschwingen (Tonverwandtschaft), verursacht oder es liegt am Instrument selbst. Es kann sich auch um den im Schloß belassenen Schlüssel, um das Schloß selbst, um den Deckelknopf, Leuchter, freistehende Rollen handeln oder auch um Gegenstände, die man auf das Klavier gestellt hat. Die Ursache des Klirrens kann aber auch darauf zurückzuführen sein, daß in das Innere des Pianos ein fremder Gegenstand gefallen ist.

Um das Elfenbein möglichst dauernd weiß zu erhalten, lasse man die Tastatur zeitweise offen, um die Tasten dem Lichte auszusetzen. Der Schweißabsatz kann beim geschlossenen Instrument nicht abziehen, dringt in die Poren und das Elfenbein wird gelb. Auch ein Reinigen der Tasten mit einem schwach angefeuchteten Lappen ist zu empfehlen, denn gelbes Elfenbein macht das Instrument zeitig alt und entwertet es.